Der Jahreswechsel markiert für viele mehr als nur ein neues Kalenderjahr: Er steht für Rückblick und Neuanfang zugleich. Für das bewusste Abschließen eines ereignisreichen Jahres ebenso wie für neue Ideen, Ziele und Perspektiven. Genau diesen Moment möchten wir nutzen, um gemeinsam nach vorn zu schauen. In diesem Beitrag geben wir dir einen Ausblick auf das, was 2026 bereithält.
Finanzen & Alltag: Das ändert sich für dich
Das neue Jahr bringt mehrere Neuerungen, die für Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer, Unternehmen und Haushalte spürbare Auswirkungen haben werden:
- Der gesetzliche Mindestlohn steigt auf 13,90 Euro pro Stunde und 2027 auf 14,60 Euro.
- Die Verdienstgrenze für Minijobs wird auf 603 Euro im Monat angehoben und damit steigt auch die Untergrenze für Midi-Jobs.
- Aktivrente für arbeitende Rentnerinnen und Rentner: Wer weiterarbeitet, kann bis zu 2.000 Euro steuerfrei dazuverdienen.
- Das Bürgergeld wird zum Grundsicherungsgeld: Die Umbenennung soll den Fokus stärker auf Integration und Mitwirkungspflichten lenken.
- Das Deutschlandticket wird teurer: Ab Januar kostet das Deutschlandticket 63 Euro pro Monat. Bund und Länder beteiligen sich jeweils mit 1,5 Milliarden Euro jährlich an den Kosten bis 2030.
Entlastung bei Energie und Strom
Für Haushalte und Unternehmen besonders relevant: Die Energiepreise sinken spürbar. Niedrigere Netzentgelte, die Abschaffung der Gasspeicherumlage und dauerhaft geringere Stromsteuern für produzierende Betriebe sorgen für Entlastung. Insgesamt werden Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen um mehrere Milliarden Euro entlastet: ein Schritt, der nicht nur den Alltag erleichtert, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.
Investitionen & Innovation: Wie sich Wirtschaft und Startups 2026 neu ausrichten
Neben kurzfristigen Entlastungen richtet sich der Blick 2026 zunehmend auf die langfristige Zukunftsfähigkeit von Wirtschaft und Innovation. Mit geplanten Investitionen von über 128 Milliarden Euro setzt die Bundesregierung gezielt auf Infrastruktur, Bildung, Digitalisierung, Wohnraum sowie innere und äußere Sicherheit. Ergänzt wird diese Strategie durch erweiterte steuerliche Förderungen für Forschung und Entwicklung, die Unternehmen entlasten, bürokratische Hürden abbauen und Innovationen beschleunigen sollen.
Auch die Startup-Landschaft blickt auf ein bewegtes, aber positives Jahr zurück. Mit 3.568 Neugründungen markierte 2025 ein Rekordjahr und unterstreicht die anhaltende Dynamik und Innovationskraft des Unternehmertums. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten zeigt sich, dass viele Startups anpassungsfähig reagieren und Krisen zunehmend als Katalysator für neue Geschäftsmodelle und technologische Lösungen nutzen. Diese Entwicklung schafft eine solide Grundlage für weiteres Wachstum im Jahr 2026.
Gleichzeitig bleibt der Zugang zu Kapital eine zentrale Herausforderung, insbesondere im internationalen Vergleich. Während Länder wie Frankreich stärker in Wagniskapital investieren, ist das Finanzierungsumfeld in Deutschland zurückhaltender ausgeprägt. Dennoch eröffnen sich klare technologische Schwerpunkte: Fortschritte in KI und Hardware treiben etwa den Durchbruch in der Robotik voran, während DeepTech-Startups in Bereichen wie Quantencomputing, neue Materialien,industrielle Innovationen sowie Sicherheits- und Verteidigungstechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Neue Regeln, mehr Verantwortung
2026 treten mehrere Maßnahmen in Kraft, die Ressourcen schonen und gleichzeitig Transparenz und Verantwortung in den Fokus rücken:
Ab 2026 stellt die neue EU-Verpackungsordnung (PPWR) sicher, dass Verpackungen nur noch das nötige Material enthalten, recycelbar oder wiederverwendbar sind und klar gekennzeichnet werden, während Hersteller und Händler für den gesamten Lebenszyklus verantwortlich sind. Gleichzeitig tritt die Ökodesign-Verordnung (ESPR) in Kraft: Ab dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Textilien, Schuhe und Bekleidungszubehör nicht mehr vernichten, mittlere Betriebe haben eine Übergangsfrist bis 2030.
Auch Elektroschrott kann leichter zurückgegeben werden, z. B. E-Zigaretten, wodurch Rohstoffe wiederverwertet und Umweltbelastungen reduziert werden.
Bei der CO₂-Bepreisung steigt der Preis moderater als zuvor: Ab 2026 liegt er zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne, was mehr Planbarkeit für Haushalte und Unternehmen schafft.
Fazit: Chancen erkennen, Zukunft gestalten
2026 ist ein Jahr des Umdenkens und der Weichenstellung. Ob fairere Arbeitsbedingungen, sinkende Energiepreise, nachhaltige Investitionen oder ein stabilisiertes Startup-Ökosystem: Langfristige Lösungen stehen im Vordergrund. Wer diese Entwicklungen aktiv beobachtet und nutzt, kann Chancen erkennen, Innovationen vorantreiben und die Zukunft bewusst mitgestalten, sowohl als Unternehmen als auch als Einzelperson.