Listenpunkte im LEH: Der Türöffner für Food-Startups

Frau im Supermarkt

Wer in Food-Startups investiert oder selbst ein Produkt auf den Markt bringt, stößt schnell auf einen entscheidenden Begriff: Listung. Gemeint ist damit der begehrte Platz im Regal des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Was nach einem formalen Schritt klingt, ist in Wahrheit ein strategischer Meilenstein mit enormer Strahlkraft für Markenbekanntheit, Umsatz und Skalierung.

Gerade für junge Food-Brands ist die Listung oft der Wendepunkt: vom Nischenprodukt zur sichtbaren Konsummarke. Doch warum sind sogenannte „Listenpunkte“ so wichtig? Und welche Herausforderungen bringt der Schritt in den stationären Handel mit sich?

1. Was steht hinter dem Begriff “Listung”?

Unter dem Begriff „Listung“ versteht man, dass ein Produkt in den Regalen eines Supermarktes platziert wird. Es wird sozusagen in die Produktliste des klassischen Lebensmitteleinzelhandels (LEH) aufgenommen. Ein Listenpunkt ist dementsprechend ein Produkt im Regal.

Herstellerinnen und Hersteller müssen aktiv auf Einkäuferinnen und Einkäufer zugehen, ihr Produkt präsentieren und überzeugend darlegen, warum es einen Platz im Sortiment verdient. Kriterien sind unter anderem Marktpotenzial, Differenzierung, Preisgestaltung, Lieferfähigkeit und Marketingkonzept.

Im LEH, also Supermärkte, Verbrauchermärkte und Discounter, erfolgt der Verkauf über Handelspartner und nicht direkt zum Endkunden. Dadurch entsteht eine sogenannte indirekte Distribution.

2. Warum sind Listenpunkte relevant?

Listenpunkte können aus verschiedensten Gründen für den Erfolg eines Produktes ausschlaggebend sein.

2.1 Sichtbarkeit schaffen neue Zielgruppen

Im stationären Handel entstehen viele Kaufentscheidungen spontan. Laut Studien der GfK werden rund zwei Drittel der Kaufentscheidungen direkt am Point of Sale getroffen.

Das bedeutet: Selbst, wenn Kundinnen und Kunden nicht gezielt nach einem Produkt suchen, kann es durch geschickte Platzierung entdeckt werden. Ein Listenplatz eröffnet damit Zugang zu einer breiten, oft heterogenen Zielgruppe.

2.2 Physische Präsenz überzeugt

Wenn das Produkt im Regal steht, ist es en Kundinnen und Kunden möglich sich ein besseres Bild des Produkts zu verschaffen. Durch die physische Präsentation bekommt man einen direkten Eindruck. Zudem kann die Verpackung samt Design und Haptik überzeugend wirken.

2.3 Produktempfehlungen

Verkäuferinnen und Verkäufer sind ebenfalls ein wichtiger Faktor. Diese können das Produkt den Kundinnen und Kunden direkt vorstellen. Indem sie das Produkt mit allen Vorteilen und Anwendungsmöglichkeiten erklären, übt sich das positiv auf die Kaufentscheidung aus.

2.4 Impulskäufe steigern den Absatz

Durch einen Aufsteller, Zeitplatzierungen oder eine herausragende Verpackung lassen sich Kundinnen und Kunden zu Impulskäufen verführen. Diese Maßnahmen sind jedoch hauptsächlich im LEH zu finden und somit im klassischen Einzelhandel deutlich ausgeprägter als im Online-Handel.

2.5 Markenvertrauen und -bekanntheit

Eine Listung bei einem bekannten Händler überträgt indirekt Vertrauen auf das Produkt. Kundinnen und Kunden verbinden die Reputation des Marktes mit der Qualität der gelisteten Waren.

Besonders in Deutschland, wo große Handelsgruppen den Markt dominieren, hat diese Signalwirkung Gewicht. Laut Bundeskartellamt entfallen rund 85–90 % des deutschen Lebensmittelumsatzes auf die vier größten Handelsgruppen:

  • Edeka
  • Rewe
  • Schwarz Gruppe
  • Aldi

Eine Listung in einem dieser Handelsunternehmen kann eine enorme Reichweite bedeuten.

2.6 Begrenzte Auswahl und Unmittelbarkeit

In Online-Shops gibt es eine nahezu unendliche Auswahl an Produkten – im Einzelhandelsgeschäft nicht. Diese kuratierte Auswahl erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit, da weniger Vergleichsoptionen bestehen.

Hinzu kommt: Keine Lieferzeit, keine Versandkosten, sofortige Verfügbarkeit. Gerade bei Lebensmitteln bleibt diese Unmittelbarkeit ein klarer Vorteil des stationären Handels.

3. Herausforderungen

Top oder Flop? Das ist die Frage der Lebensmitteleinzelhandel. Wenn das Produkt nicht hervorsticht, wird es nicht gelistet. Die Konkurrenz ist groß und der Marktanteil des LEH wird von der Schwarz-Gruppe, Edeka, Aldi und Rewe mit rund 90 % Marktanteil dominiert.

Der Einzelhandelsmarkt ist gesättigt und wettbewerbsintensiv. Das macht es umso schwerer für Newcomer. Diese müssen sich diesen Herausforderungen klar sein:

Listungsgebühren: Dieser Kostenfaktor wird häufig übersehen. Je nach Einzelhandel, -größe und Regalplatzierung schwanken die Preise.

Produktionskapazität und zuverlässige Lieferketten: Ein erfolgreiches Listing im Einzelhandelsgeschäft kann eine große Nachfrage des Produktes hervorrufen. In diesem Fall muss die Produktion es zulassen schnell und qualitativ gleichbleibend die Nachfrage zu decken. Lieferengpässe oder Qualitätsprobleme können im schlimmsten Fall zum Delisting führen.

Marketing und Vertrieb: Ein Listenpunkt reicht nicht aus, um dein Produkt zu verkaufen. Strategien müssen her, um das Produkt bekannt zu machen und damit den Absatz zu steigern.

Verpackung: Die Verpackung ist ein essenzieller Bestandteil der Kaufentscheidung. Funktional, ansprechend, auffällig und nachhaltig – All das muss sie leisten und können.

4. Biofachhandel und Nachhaltigkeit: Chancen für Startups

Neben dem klassischen Lebensmitteleinzelhandel gewinnen Biofachgeschäfte als Vertriebskanal zunehmend an Bedeutung – insbesondere für Food-Startups mit innovativen, nachhaltigen oder qualitätsorientierten Produkten. Sie bieten ein Umfeld, in dem Nachhaltigkeit und Qualität klar erkennbar sind, und ermöglichen jungen Marken, sichtbar zu werden und Listungspunkte zu sammeln.

Der deutsche Bio-Markt ist strukturell stark: Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -Getränken lag zuletzt bei rund 17 Milliarden Euro, ein Anstieg von 37 % gegenüber 2019–2024.

Gleichzeitig profitieren Biofachgeschäfte von einer hohen Vertrauensbasis der Verbraucherinnen und Verbraucher. Laut dem Ökobarometer 2024 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft kaufen 84 % der Deutschen zumindest gelegentlich Bio-Produkte, wobei ökologische Standards und transparente Produktionsweisen zentrale Kaufmotive sind.

Für Startups bietet dieses Umfeld ein ideales Testfeld: Wer Nachhaltigkeit und Qualität glaubwürdig vermittelt, kann seine Marke im Regal positionieren, neue Kundinnen und Kunden gewinnen und Listungspunkte erzielen. Gleichzeitig gelten klare Anforderungen: Produkte müssen zertifiziert sein, definierte Qualitätsstandards erfüllen und ihre Nachhaltigkeit nachvollziehbar kommunizieren.

5. Listungspunkte als Investmentbonus

Unser aktuelles Funding Oatsome hat das Thema Listungen sogar als Bonus in seine digitale Anleihe integriert und verbindet damit unternehmerischen Erfolg direkt mit dem Renditepotenzial der Investorinnen und Investoren.

Wer ist Oatsome? Das Food-Startup steht für gesundes, nachhaltiges und unkompliziertes Frühstück. Oatsome setzt auf Produkte mit 100 % natürliche Zutaten und ohne Zusatzstoffe.

Besonders spannend ist jedoch der Bonus der digitalen Anleihe: Neben den festen Zinsen gewährt Oatsome am Laufzeitende einen einmaligen Bonuszins – sofern ein definierter Meilenstein erreicht wird. Dieser Meilenstein ist direkt an die Anzahl der erreichten Listungspunkte geknüpft.Das bedeutet: Um den maximalen Bonus von 30 % auf das Investment zu erzielen, muss Oatsome bis zum Laufzeitende 170.000 Listungspunkte vorweisen.

Damit verknüpft das Unternehmen seinen operativen Vertriebserfolg – also den Ausbau der Präsenz im deutschen Food-Markt – unmittelbar mit dem Renditepotenzial der Investorinnen und Investoren. Wachstum im Regal wird so zum gemeinsamen Ziel von Unternehmen und Crowd.

6. Fazit

Eine Listung im Lebensmitteleinzelhandel ist für Food-Startups weit mehr als ein formaler Schritt. Sie ist ein echter Hebel für Sichtbarkeit, Vertrauen und Wachstum. Wer die Herausforderungen meistert, vom Regalplatz über Marketing bis zur Lieferkette, kann sein Produkt nachhaltig etablieren und gleichzeitig strategische Chancen für Investoren schaffen. Listungspunkte werden so zum Symbol für Markterfolg und unternehmerische Relevanz.

 

Disclaimer: Investments in Unternehmen sind riskant und sollten nur als Teil eines diversifizierten Portfolios erfolgen. Der Erwerb der angebotenen Kapitalanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust der Investitionssumme führen. Ein in Aussicht gestellter Ertrag ist nicht garantiert und kann auch niedriger ausfallen.

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